Brustkrebs Behandlung geschafft - toll! Oder doch nicht?

Vom Überleben zum Aufblühen: Wie die Zeit nach der Therapie zur stärksten Phase deines Lebens werden kann

 

Alle sagen: „Wie schön, du hast es geschafft!“ und denken, du bist nun wieder ganz die Alte. Und ja, zum Teil stimmt das. Die Akuttherapie ist vorbei, der Tumor ist weg, die Ärzte sprechen von „krebsfrei“.


Doch in stillen Momenten spürst du eine andere Wahrheit: Die Angst sitzt noch tief. Dein Körper fühlt sich fremd an. Du spürst die körperlichen und seelischen Folgen der Behandlung. Du fragst dich, ob du je wieder unbeschwert lachen kannst. Und ertappst dich bei dem Gedanken: Habe ich es wirklich geschafft? Oder beginnt jetzt erst der schwierige Teil?

Du befindest dich in einem Niemandsland nach der Behandlung – zwischen der Erleichterung, überlebt zu haben und der Frage, wie es jetzt weitergeht.

Diese Phase ist oft still, manchmal einsam – und kann sich anfühlen wie ein unsichtbares Ringen. Doch genau hier liegt auch eine große Chance.

 

1. Warum die Zeit nach der Behandlung so schwierig sein kann

In der Akutphase gibt es einen klaren Plan: Termine, Medikamente, OPs, Kontrollen. Nach dem letzten Behandlungstag fällt dieses Sicherheitsnetz plötzlich weg.
Du bist plötzlich auf dich allein gestellt. So fühlt es sich jedenfalls an. Was bleibt, ist Leere und die Angst vor dem, was kommen könnte.

Konkrete Tipps:

  • Struktur behalten: Auch ohne Arzttermine einen Wochenplan erstellen. Überlege dir Aktivitäten, wie zum Beispiel Bewegung, Entspannung oder soziale Kontakte.
  • Psychologische Begleitung suchen: Psychoonkologische Beratung oder Selbsthilfegruppen helfen, Gefühle zu sortieren. Wenn du denkst, du bekommst das allein nicht gut hin, dann hole dir Hilfe. Du musst nicht stark sein, denn das ist keine Schande.
  • Tagebuch führen: Jeden Tag kurz notieren, was gut war, um deinen Fokus wieder auf Positives zu lenken. Am Besten vor dem Schlafen gehen.

 

2. Der entscheidende Mindset-Shift: Vom Überleben zum Aufblühen

Überleben ist ein großer, verdienter Erfolg – du hast eine schwere Zeit gemeistert. Doch das Aufblühen ist mehr als das: Es ist die bewusste Entscheidung, dein Leben nicht nur sicher weiterzuführen, sondern es mit voller Kraft, Freude und Zuversicht zu gestalten. Es bedeutet, aus der Rolle der reinen Überlebenden herauszutreten und zu einer aktiven Gestalterin deiner Zukunft zu werden.

Konkrete Tipps:

  • Ziele setzen, die Freude machen: Nicht nur „gesund bleiben“, sondern vielleicht etwas Neues lernen, eine Sprache, ein Instrument, Reisen, endlich nach Paris, Strandurlaub, Polarlichter sehen, ein kreatives Projekt starten: Malen, Tanzkurs oder einen Workshop zu etwas besuchen, was dich schon immer interessiert hat (ich habe damals einen Ukulele Workshop gemacht).
  • Sprache ändern: Statt „Ich darf nicht krank werden“ sagen „Ich will mein Leben genießen“.
  • Mini-Mutübungen: Wöchentlich etwas tun, das dich aus der Komfortzone holt – bewusst im kleinen Rahmen, um wieder Handlungsfreiheit zu spüren.

Hier ein paar konkrete Beispiele für Mini-Mutübungen:

  • Eine neue Strecke spazieren gehen, die du bisher nicht kennst.
  • In einem Café alleine einen Kaffee trinken und bewusst beobachten, ohne Ablenkung.
  • Jemandem, den du kennst, ein ehrliches Kompliment machen – auch wenn es dir unangenehm ist.
  • Einen kurzen Telefonanruf tätigen, den du bisher aufgeschoben hast.
  • Ein kleines kreatives Projekt starten, z. B. ein Bild malen oder eine kurze Geschichte schreiben.
  • Bei einer Selbsthilfegruppe oder einem Kurs online teilnehmen, auch wenn du unsicher bist.
  • Jeden Tag eine positive Affirmation laut aussprechen, auch wenn es sich anfangs ungewohnt anfühlt.
  • Eine neue App ausprobieren, die dich bei Achtsamkeit oder Meditation unterstützt.
  • Eine kleine Tanzpause einlegen – einfach nur für dich, ohne auf andere zu achten.
  • Ein neues Rezept kochen, das du noch nie ausprobiert hast.

 

3. Wie du wieder Vertrauen in deinen Körper findest

Nach einer Krebserkrankung ist jeder Schmerz verdächtig. Das kenne ich selbst nur zu gut. Das macht misstrauisch und kann total lähmen. Vertrauen wächst nur durch positive Körpererfahrungen.

Konkrete Tipps:

  • Sanfte Bewegung wie Yoga, Qigong oder Nordic Walking – nicht um Leistung zu bringen, sondern um dich im Körper wohlzufühlen, ihn zu spüren.
  • Körperachtsamkeit üben: Jeden Morgen kurz innehalten und bewusst atmen – nicht auf „Fehler“ achten, sondern auf das, was gut funktioniert.
  • Nachsorgetermine positiv umdeuten: Statt als Bedrohung als Sicherheits-Check sehen, der dich schützt.

 

4. Der fehlende Baustein, den Ärzte selten erwähnen: Sinn & Freude

Medizin heilt den Körper – aber Seele und Lebensfreude brauchen eigene Impulse.

Konkrete Tipps:

  • Freude-Ritual starten: Jeden Tag etwas Kleines tun, das dich zum Lächeln bringt. Zum Beispiel: 
  • Morgens beim Aufstehen bewusst tief durchatmen und einen positiven Satz zu dir sagen (z. B. „Heute schenke ich mir Freude“).
  • Eine Tasse deines Lieblingstees oder Kaffees ganz bewusst und langsam genießen, ohne Ablenkung.
  • Für ein paar Minuten die Lieblingsmusik hören und dabei bewusst lächeln oder sogar mitwippen.
  • Einen kurzen Spaziergang machen und dabei bewusst die Natur wahrnehmen: Vogelgesang, Sonnenstrahlen, frische Luft.
  • Einen kleinen Glücksmoment festhalten, z. B. ein Foto von etwas Schönem machen oder es in einem Notizbuch notieren.
  • Eine Kerze anzünden und den sanften Schein für ein paar Minuten genießen.
  • Dir selbst eine kleine Aufmerksamkeit schenken, z. B. ein Stück Schokolade (ja, ist mal ok ;-) oder ein Duftöl auftragen.

 

  • Neue Projekte anstoßen: Ehrenamt, Kreativkurs, Reisen – alles, was deinem Leben Tiefe gibt und was du schon immer mal machen wolltest. Jetzt ist der Zeitpunkt dafür!
  • Menschen bewusst wählen: Zeit mit Menschen verbringen, die dich inspirieren und stärken, statt dich zu entmutigen und Energie zu rauben.

 

Also…

Die Zeit nach der Brustkrebs-Behandlung ist nicht automatisch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Zeit, aber sie kann die transformativste sein. 

Wenn du beginnst, dein Leben bewusst zu gestalten, dein Vertrauen zurückzuerobern und Sinn und Freude neu zu entdecken, zu empfinden, dann bist du nicht nur Überlebende. Du wirst Gestalterin eines neuen, erfüllten Kapitels deines Lebens.

Fang heute noch an!


 

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.