Persönliches & Leben
11 Tipps, wenn deine Freundin an Brustkrebs erkrankt ist
Was du tun kannst, wenn dir die richtigen Worte fehlen
Wenn eine Freundin die Diagnose Brustkrebs bekommt, ist das erst einmal ein Schock. Du machst dir Sorgen, möchtest helfen und fragst dich vielleicht: Was sage ich jetzt? Was kann ich tun? Und was wäre besser, wenn ich es nicht sage?
Ich kenne beide Seiten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, selbst betroffen zu sein. Und ich weiß, wie wertvoll Menschen sind, die in dieser Zeit an deiner Seite bleiben.
Ein mitleidiges „Oh, du Arme!“ hat mir damals nicht besonders geholfen. Ich wusste ja selbst, dass die Situation schwierig war. Was mir gutgetan hat, waren Menschen, die nicht nur mit mir gelitten, sondern auch etwas mit mir unternommen haben.
Taten statt Mitleid. Gemeinsam statt einsam.
Natürlich darfst du deiner Freundin sagen, dass du mit ihr fühlst. Du musst auch nicht immer die richtigen Worte finden. Manchmal reicht es schon, da zu sein.
Aber wenn du ihr ganz konkret helfen möchtest, habe ich elf Ideen für dich.
1. Begleite sie zu einem Arzttermin
Nach der Diagnose schwirrt einem der Kopf. Es gibt so viele Informationen, medizinische Begriffe und Entscheidungen, dass man kaum alles aufnehmen kann.
Wenn deine Freundin möchte, begleite sie zu einem Arzttermin. Vier Ohren hören mehr als zwei. Überlegt euch vorher gemeinsam, welche Fragen ihr stellen möchtet, und macht euch während des Gesprächs Notizen.
Anschließend könnt ihr euch in Ruhe zusammensetzen und noch einmal durchgehen, was besprochen wurde.
Wichtig ist dabei, dass deine Freundin selbst entscheidet. Du bist ihre Unterstützung, nicht ihre Stellvertreterin.
2. Begleite sie zur Chemotherapie
Eine Chemotherapie kann ganz schön Angst machen. Vor jeder Behandlung habe ich mich gefragt, welche Nebenwirkungen diesmal auf mich zukommen würden.
Meine Mama hat mich damals zu jeder Chemotherapie begleitet. Sie war für mich nicht nur meine Mutter, sondern auch eine Freundin. Das hat mir unglaublich gutgetan.
Wir haben das gemeinsam gerockt.
Vielleicht kannst du deine Freundin ebenfalls begleiten. Oder du fährst sie hin und holst sie anschließend wieder ab. Manchmal ist es schon eine große Erleichterung, nicht allein unterwegs sein zu müssen.
Frag sie einfach, was ihr helfen würde.
3. Koche etwas für sie
Während der Behandlung gibt es Tage, an denen man müde und erschöpft ist und überhaupt keine Lust hat, in der Küche zu stehen.
Trotzdem muss man ja etwas essen. Oder zumindest wäre es schön, wenn etwas Leckeres da wäre, sobald der Appetit zurückkommt.
Koche deiner Freundin eine Suppe, einen Auflauf oder etwas anderes, das sie gerne mag. Frag vorher, worauf sie Lust hat und was sie gerade gut verträgt.
Vielleicht bereitest du gleich eine etwas größere Portion zu, die sie einfrieren kann.
Und wenn sie gerade keinen Appetit hat, ist das auch okay. Dann freut sie sich vielleicht an einem anderen Tag darüber.
4. Hilf im Haushalt
Wenn die Kräfte fehlen, bleiben schnell Dinge liegen. Die Wäsche stapelt sich, die Küche müsste geputzt werden und eigentlich wäre auch ein Einkauf fällig.
Biete deiner Freundin ganz konkret deine Hilfe an.
Du könntest zum Beispiel sagen: „Ich komme am Donnerstag vorbei und putze dir das Bad. Passt dir das?“
Das ist oft hilfreicher als ein allgemeines „Melde dich, wenn du etwas brauchst“. Denn manchmal weiß man selbst nicht, was man überhaupt noch organisieren soll.
Vielleicht erledigst du einen Einkauf, hängst die Wäsche auf oder bringst den Müll raus.
Es müssen keine großen Dinge sein. Gerade die kleinen Handgriffe können den Alltag deutlich erleichtern.
5. Hol sie ab und verbringt einen gemütlichen Nachmittag zusammen
Während der Brustkrebsbehandlung dreht sich vieles um Arzttermine, Untersuchungen und Medikamente. Da tut ein Tapetenwechsel manchmal richtig gut.
Eine Freundin hat mich damals abgeholt und wir haben einen gemütlichen Nachmittag bei ihr zu Hause verbracht. Es gab Kaffee, Tee, Kuchen und sogar Abendbrot.
Ich musste mich um nichts kümmern und durfte es mir einfach gemütlich machen.
Das war für mich wie ein kleiner Urlaubstag. Ich fühlte mich umsorgt und konnte für ein paar Stunden den Alltag hinter mir lassen.
Vielleicht braucht deine Freundin genau das.
Du musst kein großes Programm auf die Beine stellen. Ein gemütlicher Nachmittag auf dem Sofa kann wunderbar sein.
Und falls sie an diesem Tag zu müde ist, verschiebt ihr das Treffen einfach. Es geht nicht darum, etwas durchzuziehen, sondern darum, gemeinsam eine schöne Zeit zu haben.
6. Schick ihr eine Karte oder eine kleine Nachricht
Manchmal braucht es gar nicht viel, um jemandem eine Freude zu machen.
Eine Karte im Briefkasten, eine liebe Nachricht oder ein kleines Päckchen können deiner Freundin zeigen: Ich denke an dich.
Du musst dafür keinen großen Spruch finden. Oft sind einfache Worte die besten:
„Ich denke an dich und schicke dir eine Umarmung.“
Oder: „Du musst nicht antworten. Ich wollte dir nur sagen, dass ich an dich denke.“
Das nimmt deiner Freundin auch den Druck, sofort reagieren zu müssen.
Und bitte: Du musst nicht immer aufmunternde Worte finden. Du darfst auch einfach sagen, dass du nicht weißt, was du sagen sollst, aber gerne für sie da bist.
7. Strick oder häkle ihr eine Mütze
Wenn die Haare während der Chemotherapie ausfallen, kann eine weiche Mütze sehr angenehm sein. Auch wenn deine Freundin eine Perücke trägt, wird sie diese vielleicht nicht den ganzen Tag auf dem Kopf behalten wollen.
Eine selbst gestrickte oder gehäkelte Mütze ist deshalb eine schöne Idee.
Vielleicht kannst du sie in ihrer Lieblingsfarbe machen oder ein weiches Material auswählen, das sich angenehm auf der Kopfhaut anfühlt.
Und wenn du nicht stricken oder häkeln kannst? Dann schenk ihr einfach eine schöne Mütze.
Du könntest auch vorschlagen, gemeinsam kreativ zu werden. Vielleicht hat deine Freundin Lust, etwas zu basteln, zu malen oder zu stricken. Aber auch hier gilt: Frag sie, ob sie darauf Lust hat. Nicht jeder Tag ist ein kreativer Tag.
8. Schenk ihr ein Ausmalbuch oder etwas anderes zum Abschalten
Es gibt wunderschöne Ausmalbücher für Erwachsene, zum Beispiel mit Mandalas, Blumen oder anderen Motiven.
Vielleicht hat deine Freundin Freude daran, mit bunten Stiften kreativ zu werden und für eine Weile abzuschalten.
Du könntest ihr ein kleines Set mit Stiften und einem Ausmalbuch schenken.
Natürlich muss es nicht unbedingt ein Ausmalbuch sein. Vielleicht liest sie lieber, hört Hörbücher oder löst Rätsel. Vielleicht freut sie sich über ein schönes Buch oder ein kleines Kreativset.
Du kennst deine Freundin am besten. Überlege, womit sie sich gerne beschäftigt und was ihr guttun könnte.
9. Unternehmt etwas Schönes zusammen
Brustkrebs bedeutet nicht, dass man die ganze Zeit krank auf dem Sofa liegen muss. Natürlich gibt es während der Behandlung Tage, an denen man kaum Energie hat. An anderen Tagen geht es vielleicht überraschend gut.
Wenn deine Freundin Lust und Kraft hat, unternehmt etwas zusammen.
Geht spazieren, fahrt an einen See, besucht eine Ausstellung oder setzt euch in ein Café. Vielleicht habt ihr auch Lust, gemeinsam Pläne für die Zeit nach der Behandlung zu schmieden.
Wichtig ist, dass ihr euch nach ihrem Befinden richtet. Ein kurzer Spaziergang kann genauso schön sein wie ein ganzer Ausflug.
Und wenn ihr nach zwanzig Minuten wieder nach Hause fahren müsst, ist das eben so.
Es geht nicht darum, möglichst viel zu erleben. Es geht darum, schöne Momente miteinander zu teilen.
10. Schenk ihr eine kleine Auszeit
Eine Krebsbehandlung kann körperlich und seelisch sehr anstrengend sein. Vielleicht freut sich deine Freundin über eine kleine Wellness-Auszeit.
Das könnte ein Gutschein für eine sanfte Kosmetikbehandlung, eine Entspannungsanwendung oder etwas anderes sein, das sie gerne mag.
Bei Massagen und anderen körperlichen Anwendungen ist allerdings etwas Vorsicht angebracht. Je nach Operation, Lymphknotenbehandlung, Bestrahlung, Medikamenten und möglichen Beschwerden sollte vorher mit dem Behandlungsteam geklärt werden, was geeignet ist. Das gilt besonders bei Lymphödemen oder Nervenschäden.
Frag deshalb lieber nach, welche Art von Anwendung für sie infrage kommt, statt einfach irgendeinen Massagegutschein zu kaufen.
Vielleicht ist eine ganz andere Auszeit viel schöner: ein gemeinsamer Nachmittag im Garten, ein Lieblingsfilm, ein gutes Essen oder ein paar Stunden, in denen sie sich um nichts kümmern muss.
11. Hör ihr einfach zu
Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte.
Manchmal möchte deine Freundin reden. Vielleicht hat sie Angst, ist wütend oder traurig. Vielleicht möchte sie auch einfach einmal alles loswerden, ohne dass jemand sofort eine Lösung parat hat.
Hör ihr zu.
Du musst nicht alles verstehen. Du musst ihre Gefühle nicht wegreden. Und du musst auch nicht immer etwas Kluges antworten.
Vermeide Sätze wie „Du musst positiv denken“ oder „Das wird schon wieder“. Sie sind gut gemeint, können aber dazu führen, dass sich deine Freundin mit ihrer Angst nicht ernst genommen fühlt.
Du kannst stattdessen sagen:
„Ich kann mir vorstellen, dass das gerade sehr schwer für dich ist.“
„Möchtest du erzählen, was dich am meisten beschäftigt?“
Oder einfach: „Ich bin da. Du musst das nicht allein mit dir ausmachen.“
Und wenn deine Freundin nicht reden möchte, dann ist auch das in Ordnung. Manchmal ist es schön, gemeinsam zu schweigen, einen Kaffee zu trinken oder einfach nebeneinanderzusitzen.
Du musst ihre Probleme nicht lösen. Manchmal reicht es, wenn du sie ein Stück des Weges begleitest.
Mein Wunsch an dich
Wenn eine Freundin an Brustkrebs erkrankt, verändert sich auch für dich etwas. Vielleicht bist du unsicher, hast Angst um sie oder weißt nicht, wie du mit der Situation umgehen sollst.
Das ist verständlich.
Du musst keine perfekte Freundin sein. Du musst nicht immer die richtigen Worte finden und auch nicht rund um die Uhr verfügbar sein.
Aber du kannst kleine Zeichen setzen. Du kannst zuhören, etwas abnehmen, sie begleiten und ihr zeigen, dass sie weiterhin ein wichtiger Teil deines Lebens ist.
Und vergiss dabei nicht: Deine Freundin ist noch immer dieselbe Person. Sie ist nicht nur ihre Diagnose. Sie möchte vielleicht lachen, über ganz normale Dinge sprechen, Pläne machen und sich mit dir über etwas völlig anderes austauschen.
Lass ihr dafür Raum.
Taten statt Mitleid. Freundschaft statt Berührungsangst. Und gemeinsam durch diese Zeit.
Das kann unglaublich viel bedeuten. 💚
Diana
Hast du selbst eine Freundin während einer Brustkrebserkrankung begleitet? Was hat ihr besonders gutgetan? Schreib mir gerne. Vielleicht hast du noch einen Tipp, der anderen Frauen hilft.

