Gesundheit & Wissen

Brustkrebsrezidiv - 
Nein danke!

Was du für deine Gesundheit tun kannst, ohne alles kontrollieren zu müssen.

Wenn man einmal Brustkrebs hatte, möchte man vor allem eines: dass die Erkrankung nicht zurückkommt.

Diesen Wunsch kann ich gut verstehen. Nach einer solchen Diagnose verändert sich der Blick auf das eigene Leben. Vielleicht achtest du plötzlich viel mehr darauf, was du isst, wie viel du dich bewegst oder ob du genug schläfst. Vielleicht fragst du dich auch, ob du noch etwas tun kannst, um dein Rückfallrisiko zu senken.

Ich finde es gut, sich mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Wir können einiges tun, um unseren Körper zu unterstützen und unser Wohlbefinden zu stärken.

Aber eines sollten wir nicht vergessen: Wir können nicht alles kontrollieren. Auch nicht den Verlauf einer Erkrankung.

Deshalb möchte ich dir zeigen, was sinnvoll sein kann, ohne dir ein schlechtes Gewissen zu machen oder unrealistische Versprechen abzugeben.

1. Ernährung: Gut versorgt statt perfekt essen

Seit meiner Brustkrebsdiagnose beschäftige ich mich mit der Frage, wie ich meinen Körper bestmöglich unterstützen kann. Ernährung spielt dabei für mich eine wichtige Rolle.

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung versorgt uns mit Energie und wichtigen Nährstoffen. Besonders sinnvoll ist es, regelmäßig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte zu essen. Ergänzt werden sie durch passende Eiweißquellen und gesunde Fettquellen.

Du musst dafür keine spezielle Krebsdiät machen. Es gibt keine bestimmte Ernährungsweise, mit der du sicher verhindern kannst, dass Brustkrebs zurückkommt. Auch eine sogenannte basische Ernährung kann das nicht leisten. Unser Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt selbst.

Ich würde deshalb nicht versuchen, jedes Lebensmittel in gut oder schlecht einzuteilen. Viel wichtiger ist, wie du dich insgesamt ernährst und ob du ausreichend versorgt bist.

Was du ausprobieren kannst:

  • Baue mehr Gemüse und Obst in deine Mahlzeiten ein.
  • Greife regelmäßig zu Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.
  • Achte auf ausreichend Eiweiß, beispielsweise aus Eiern, Joghurt, Tofu oder Hülsenfrüchten.
  • Iss so, dass du satt wirst und dich gut versorgt fühlst.
  • Vermeide extreme Diäten und unnötige Verbote.

Und bitte vergiss nicht: Du darfst auch Schokolade essen, Kuchen genießen oder mit Freunden essen gehen. Eine gesunde Ernährung muss nicht perfekt sein.

2. Bewegung: Finde etwas, das dir Freude macht

Regelmäßige Bewegung ist einer der sinnvollsten Bausteine, um die allgemeine Gesundheit nach einer Brustkrebserkrankung zu unterstützen.

Studien zeigen, dass körperlich aktive Brustkrebspatientinnen und -überlebende im Durchschnitt günstigere gesundheitliche Ergebnisse haben. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang mit einem geringeren Rückfallrisiko. Wie stark Bewegung das individuelle Risiko beeinflusst, lässt sich allerdings nicht für jede Frau genau beziffern.

Unabhängig davon kann Bewegung die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und bei Erschöpfung, Schlafproblemen, Stimmung und allgemeinem Wohlbefinden helfen.

Und es muss nicht gleich ein anstrengendes Sportprogramm sein.

Vielleicht gehst du gerne spazieren. Vielleicht tanzt du lieber, fährst Fahrrad oder gehst schwimmen. Auch Gartenarbeit und andere Alltagsbewegungen zählen.

Ich finde, wir sollten Bewegung nicht als zusätzliche Pflicht betrachten. Viel hilfreicher ist es, etwas zu finden, das uns Freude macht und in unseren Alltag passt.

Mein Tipp: Fang klein an. Eine Runde um den Häuserblock ist besser als ein Sportprogramm, das du dir vornimmst, aber nie beginnst. Wenn du gesundheitliche Einschränkungen hast oder nach einer Operation noch nicht wieder voll belastbar bist, stimme dein Bewegungsprogramm mit deinem Behandlungsteam ab.

3. Entspannung, Natur und Schlaf: Auch Pausen gehören dazu

Nach einer Krebserkrankung kann das Gedankenkarussell manchmal ganz schön laut werden. Vielleicht planst du ständig voraus, machst dir Sorgen wegen der nächsten Untersuchung oder suchst im Internet nach Antworten auf Fragen, die dich beschäftigen.

Informationen können hilfreich sein. Aber irgendwann darf auch Schluss sein.

Wir brauchen nicht nur Bewegung und Aktivität, sondern ebenso Erholung. Ausreichender Schlaf und Entspannung unterstützen unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Vielleicht tut dir ein Spaziergang im Wald gut. Vielleicht möchtest du Yoga ausprobieren, meditieren oder einfach deine Lieblingsmusik hören. Es kann auch helfen, regelmäßig etwas zu unternehmen, das mit deiner Erkrankung überhaupt nichts zu tun hat.

Ich mag besonders den Gedanken, dass kleine Auszeiten nicht erst verdient werden müssen. Du musst nicht erst alle Aufgaben erledigt haben, bevor du dich auf das Sofa legen darfst.

Was dir guttun kann:

  • Plane kleine Pausen in deinen Alltag ein.
  • Geh regelmäßig an die frische Luft, wenn es dir möglich ist.
  • Finde eine Abendroutine, die dir beim Abschalten hilft.
  • Triff Menschen, bei denen du dich wohlfühlst.
  • Hol dir Unterstützung, wenn Ängste oder Schlafprobleme länger anhalten.
  • Waldbaden, Meditation oder Achtsamkeit können angenehme Wege sein, Stress zu reduzieren. Sie sind aber keine nachgewiesenen Methoden, um Krebszellen zu bekämpfen oder einen Rückfall zu verhindern.

Und wenn du merkst, dass dich die Angst vor einem Rückfall sehr belastet, darfst du dich an eine psychoonkologische Beratungsstelle wenden. Du musst solche Sorgen nicht allein bewältigen.

4. Nachsorge: Nimm deine Termine wahr und hör auf deinen Körper

Regelmäßige Nachsorge ist nach einer Brustkrebserkrankung wichtig. Sie hilft dabei, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Folgen der Behandlung zu besprechen.

Die Untersuchungen werden an deine persönliche Erkrankungssituation angepasst. Halte dich deshalb an den Nachsorgeplan, den du mit deinem Behandlungsteam vereinbart hast.

Genauso wichtig ist es, Beschwerden ernst zu nehmen, die zwischen zwei Terminen auftreten.

Vielleicht bemerkst du eine neue Veränderung an der Brust oder Brustwand. Vielleicht hast du anhaltende Schmerzen oder andere Beschwerden, die dich beunruhigen.

Du musst nicht sofort vom Schlimmsten ausgehen. Aber du solltest neue oder anhaltende Beschwerden ärztlich abklären lassen, statt einfach bis zum nächsten Nachsorgetermin zu warten.

Die Nachsorge kann dir außerdem dabei helfen, über Nebenwirkungen und Langzeitfolgen zu sprechen. Vielleicht machen dir Gelenkschmerzen zu schaffen, du bist ständig erschöpft oder deine Knochengesundheit braucht besondere Aufmerksamkeit.

Sprich darüber. Es gibt häufig Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und dich im Alltag zu unterstützen.

5. Vitamin D und Nahrungsergänzungsmittel: Nicht alles hilft automatisch

Vitamin D ist super wichtig für die Knochen, die Muskelfunktion und das Immunsystem. Gerade bestimmte Brustkrebstherapien können die Knochendichte beeinflussen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Vitamin-D-Versorgung und die Knochengesundheit mit dem Behandlungsteam zu besprechen.

Aber auch hier gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

Es gibt bislang keinen überzeugenden Nachweis, dass hohe Vitamin-D-Dosen, Vitamin K2, Zink, Selen oder andere Nahrungsergänzungsmittel Brustkrebs zuverlässig verhindern oder einen Rückfall verhindern können.

Wenn bei dir ein Nährstoffmangel festgestellt wird, kann es sinnvoll sein, diesen gezielt auszugleichen. Welche Dosis geeignet ist, hängt von deiner individuellen Situation ab.

Nimm deshalb hoch dosierte Präparate nicht einfach auf eigene Faust ein. Gerade bei einer laufenden Krebstherapie können Nahrungsergänzungsmittel Wechselwirkungen mit Medikamenten haben.

Dasselbe gilt für pflanzliche Präparate, die als natürliche Immunbooster oder als Mittel gegen Krebs beworben werden. Natürlich bedeutet nicht automatisch wirksam oder sicher.

Wenn du etwas ergänzen möchtest, sprich vorher mit deinem Behandlungsteam.

Was du beeinflussen kannst – und was nicht

Ich finde es gut, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Wir können uns informieren, uns bewegen, ausgewogen essen, auf unsere Erholung achten und medizinische Empfehlungen wahrnehmen.

Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass ein Rückfall auch Menschen treffen kann, die all das tun.

Wenn der Krebs zurückkommt, bedeutet das nicht, dass du dich falsch ernährt, zu wenig Sport gemacht oder nicht positiv genug gedacht hast. Du bist nicht schuld an einer solchen Entwicklung.

Genauso wenig musst du jeden Tag gesund leben, jede Mahlzeit optimieren oder ständig über deine Erkrankung nachdenken.

Es geht darum, das zu tun, was du beeinflussen kannst, und dir Unterstützung zu holen, wo du sie brauchst.

Und dann darfst du auch wieder leben.

Du darfst reisen, lachen, deine Lieblingsserie schauen, Schokolade essen und Pläne machen. Du darfst schöne Dinge genießen, ohne sie erst mit einem Gesundheitsnutzen rechtfertigen zu müssen.

Und nun mein letzter und wichtigster Tipp für dich: LEBE!

Die Angst vor einem Rückfall ist verständlich. Vielleicht wird sie dich gelegentlich begleiten. Manchmal ist sie leise, manchmal meldet sie sich genau dann, wenn du sie am wenigsten gebrauchen kannst.

Aber sie muss nicht deinen ganzen Alltag bestimmen.

Tu dir etwas Gutes. Achte auf deine Gesundheit. Nimm deine Nachsorge ernst. Frage nach, wenn dich etwas beschäftigt. Und erlaube dir gleichzeitig, die schönen Seiten des Lebens wahrzunehmen.

Nicht alles liegt in deiner Hand. Aber vieles darfst du gestalten.

Du musst nicht perfekt leben, um dein Leben gut zu leben.

Alles Liebe,

Diana 💚

 

Quellen und weiterführende Informationen

1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Alltag mit und nach Brustkrebs
Informationen zu Ernährung, Bewegung, Nebenwirkungen und Alltag nach der Brustkrebsbehandlung.
https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/leben-mit-brustkrebs

2. Krebsinformationsdienst: Ernährung bei Krebs
Informationen zu ausgewogener Ernährung, Krebsdiäten und Nahrungsergänzungsmitteln.
https://www.krebsinformationsdienst.de/ernaehrung-bei-krebs

3. Krebsinformationsdienst: Rehabilitation und Nachsorge bei Brustkrebs
Informationen zur Nachsorge, zum Umgang mit Beschwerden und zur Rehabilitation.
https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/nachsorge-und-reha

4. National Cancer Institute: Recurrent Breast Cancer
Überblick zu Rückfällen bei Brustkrebs und möglichen Ansätzen zur Unterstützung der Gesundheit.
https://www.cancer.gov/types/breast/breast-cancer-survivorship/recurrence

5. American Cancer Society: Can I Lower My Risk of Breast Cancer Returning or Progressing?
Einordnung der aktuellen Erkenntnisse zu Bewegung, Ernährung, Gewicht und Nahrungsergänzungsmitteln.
https://www.cancer.org/cancer/types/breast-cancer/living-as-a-breast-cancer-survivor/can-i-lower-my-risk-of-breast-cancer-progressing-or-coming-back.html

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