Gesundheit & Wissen

Dein Gesundheitsplan gegen Ängste und für Wohlbefinden

Was du nach Brustkrebs selbst tun kannst – und was du nicht kontrollieren musst.

Während und nach einer Brustkrebsbehandlung gibt es immer wieder Phasen, in denen die Angst vor einem Rückfall hochkommt. Vielleicht kennst du das: Ein Nachsorgetermin steht an, du spürst ein Ziehen im Körper oder liest von einer anderen Frau, deren Krebs zurückgekommen ist. Und schon beginnt das Gedankenkarussell.

Das kann ganz schön anstrengend sein.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr einen solche Ängste beschäftigen können. Und ich weiß auch, dass es mit der Zeit leichter werden kann, mit ihnen umzugehen.

Niemand kann dir versprechen, dass der Krebs nicht zurückkommt. Aber du kannst einiges für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden tun. Nicht, weil du damit alles kontrollieren könntest, sondern weil es gut tut, selbst aktiv zu werden und herauszufinden, was dir hilft.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Häkchen auf einer Liste zu sammeln. Du musst nicht alles richtig machen und schon gar nicht jeden Tag perfekt leben.

Es geht darum, kleine Schritte zu finden, die zu dir passen und dir guttun.

Hier sind einige Ideen für deinen persönlichen Gesundheitsplan.

1. Bewegung: Finde etwas, das dir Freude macht

Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein für die Gesundheit – auch während und nach einer Brustkrebserkrankung.

Regelmäßige Bewegung kann die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern, Erschöpfung lindern und sich positiv auf Stimmung, Schlaf und Lebensqualität auswirken. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität mit einem geringeren Rückfallrisiko bei Brustkrebs zusammenhängen kann. Wie stark Bewegung das individuelle Risiko beeinflusst, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Deshalb möchte ich dir keine Zahlen versprechen und Bewegung auch nicht mit einem Medikament vergleichen. Ihre gesundheitlichen Vorteile sind vielfältig genug.

Und du musst dafür nicht ins Fitnessstudio gehen oder dich zu einem anstrengenden Sportprogramm zwingen.

Was du ausprobieren kannst:

  • Gehe spazieren, walken oder, wenn es dir Spaß macht, auch laufen.
  • Fahre Fahrrad oder geh schwimmen.
  • Tanze zu deiner Lieblingsmusik.
  • Arbeite im Garten oder erledige kleine Dinge zu Fuß.
  • Probiere Yoga, Qigong oder Tai Chi aus.
  • Plane Bewegung so ein, dass sie zu deinem Alltag passt.

Du musst nicht sofort eine bestimmte Schrittzahl erreichen. Fang klein an und steigere dich nur so, wie es sich für dich gut anfühlt. Nach einer Operation oder bei anhaltenden Beschwerden solltest du die Belastung mit deinem Behandlungsteam abstimmen.

Wichtig ist nicht, dass du möglichst viel machst. Wichtig ist, dass du etwas findest, das du gerne und regelmäßig tun möchtest.

2. Ernährung: Gut versorgt statt perfekt

Das Thema Ernährung kann ganz schön verwirrend sein. Vegan, vegetarisch, Low Carb, Keto oder irgendein neuer Ernährungstrend – ständig scheint es eine neue Regel zu geben, was wir essen und was wir besser meiden sollten.

Ich finde, Essen sollte nicht zu einer zusätzlichen Belastung werden.

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten versorgt deinen Körper mit wichtigen Nährstoffen. Ergänze sie um passende Eiweißquellen und geeignete Fette.

Es gibt keine spezielle Krebsdiät, die einen Rückfall zuverlässig verhindert. Und du musst nicht jedes Lebensmittel in gesund und ungesund einteilen, um gut für dich zu sorgen.

Ein paar einfache Orientierungspunkte:

  • Iss möglichst abwechslungsreich und bunt. Baue regelmäßig Gemüse und Obst ein.
  • Bevorzuge häufig Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
  • Achte auf ausreichend Eiweiß, beispielsweise aus Eiern, Joghurt, Tofu oder Hülsenfrüchten.
  • Trinke regelmäßig Wasser oder ungesüßten Tee. Für viele Erwachsene sind rund 1,5 Liter Getränke am Tag ein guter Richtwert. Bei Hitze oder körperlicher Aktivität kann der Bedarf höher sein; bei bestimmten Erkrankungen gelten individuelle Empfehlungen.
  • Genieße Süßigkeiten und andere Lieblingsgerichte bewusst, ohne dir deshalb Vorwürfe zu machen.
  • Alkohol solltest du möglichst meiden, denn eine risikofreie Menge lässt sich für die Gesundheit nicht angeben.

Du musst weder auf alles Süße verzichten noch eine bestimmte Ernährungsform wählen. Auch pflanzenbetont zu essen bedeutet nicht automatisch, dass du dich vegan ernähren musst.

Wenn du Fragen zu deiner Ernährung hast, stark abgenommen hast oder durch die Behandlung Schwierigkeiten beim Essen entstanden sind, kann eine qualifizierte Ernährungsberatung hilfreich sein.

Mein Tipp: Such dir nicht zehn neue Regeln, sondern eine kleine Veränderung, die du gerne ausprobieren möchtest.

3. Stressabbau: Gönn dir Pausen

Stress gehört zum Leben. Kurzfristig kann er uns helfen, auf Herausforderungen zu reagieren. Dauerhafte Belastung kann dagegen Schlaf, Stimmung und Wohlbefinden beeinträchtigen.

Nach einer Krebsdiagnose kommen oft zusätzliche Sorgen hinzu. Vielleicht wartest du auf Untersuchungsergebnisse, musst viele Termine organisieren oder fragst dich, wie es weitergeht.

Du musst nicht versuchen, jeden Stress aus deinem Leben zu verbannen. Aber du darfst dir bewusst Zeiten schaffen, in denen nicht die Krankheit und die nächsten Aufgaben im Mittelpunkt stehen.

Was dir guttun kann:

  • Mach etwas, das dir Freude bereitet – zum Beispiel lesen, malen, Musik hören oder ein anderes Hobby ausüben.
  • Triff Freunde und Menschen, bei denen du dich wohlfühlst.
  • Schreibe deine Gedanken in ein Tagebuch.
  • Probiere Meditation oder eine einfache Atemübung aus.
  • Verbringe Zeit in der Natur, geh in den Wald oder an einen See.
  • Achte darauf, rechtzeitig Pausen einzulegen.
  • Schaffe dir eine Abendroutine, die dir beim Abschalten hilft.
  • Lache, wenn dir danach ist, und erlaube dir schöne Momente.

Entspannung kann uns helfen, mit Belastungen besser umzugehen. Sie ersetzt aber keine psychologische Unterstützung, wenn die Angst sehr belastend wird.

Wenn du merkst, dass deine Gedanken ständig um den Krebs kreisen oder du kaum noch zur Ruhe kommst, darfst du dir Hilfe holen. Psychoonkologische Beratung und Selbsthilfeangebote können eine wertvolle Unterstützung sein.

Du musst nicht alles mit dir allein ausmachen.

4. Medizinische Betreuung und Nachsorge: Nimm dich ernst

Das Wort Nachsorge kann schon ein mulmiges Gefühl auslösen. Vielleicht sitzt du vor einem Termin und fragst dich, ob diesmal alles in Ordnung sein wird.

Diese Unsicherheit lässt sich nicht einfach ausschalten. Aber die Nachsorge hat einen wichtigen Zweck: Sie hilft dabei, mögliche Veränderungen zu erkennen, Beschwerden zu besprechen und Folgen der Behandlung zu begleiten.

Was du selbst tun kannst:

  • Nimm deine vereinbarten Nachsorgetermine wahr.
  • Nimm verschriebene Medikamente so ein, wie es mit deinem Behandlungsteam vereinbart wurde.
  • Frage nach, wenn du Nebenwirkungen bemerkst oder deine Medikamente schlecht verträgst.
  • Lass neue oder anhaltende Beschwerden zeitnah abklären, statt bis zum nächsten Termin zu warten.
  • Informiere dich darüber, welche Veränderungen du beobachten solltest und an wen du dich bei Fragen wenden kannst.
  • Sprich auch über seelische Belastungen. Deine Ängste gehören genauso in das Gespräch wie körperliche Beschwerden.

Nachsorge kann helfen, Rückfälle oder neue Erkrankungen zu erkennen und Nebenwirkungen zu behandeln. 

Und noch etwas: Wenn du eine antihormonelle Therapie oder andere Medikamente einnimmst, setze sie nicht eigenständig ab, auch wenn dich Nebenwirkungen belasten. Sprich mit deinem Behandlungsteam darüber. Häufig gibt es Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern oder die Behandlung anzupassen.

Du darfst Fragen stellen und Unterstützung einfordern. Das ist ein wichtiger Teil deiner Versorgung.

Kleine Schritte zählen

Vielleicht möchtest du dich mehr bewegen, deine Ernährung etwas abwechslungsreicher gestalten oder dir regelmäßige Pausen gönnen. Du musst nicht alles gleichzeitig verändern.

Wähle eine Sache, die dir wichtig ist, und probiere sie aus. Wenn es an einem Tag nicht klappt, ist das kein Grund, dich schlecht zu fühlen. Du kannst jederzeit wieder anfangen oder einen anderen Weg ausprobieren.

Auch ein Gesundheitsplan muss zu deinem Leben passen. Er soll dir Orientierung geben und dich nicht unter Druck setzen.

Und vergiss bei all den Gedanken über Gesundheit, Vorsorge und Zukunft bitte nicht, dass du noch viele andere Seiten hast. Du bist nicht nur Patientin. Du bist ein Mensch mit Interessen, Beziehungen, Wünschen und Dingen, die dir Freude machen.

Und nun mein wichtigster Tipp für dich: LEBE!

Ich finde es gut, wenn wir Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen. Wir können uns bewegen, auf unsere Ernährung achten, medizinische Empfehlungen wahrnehmen und uns Hilfe holen, wenn wir sie brauchen.

Aber wir können nicht alles kontrollieren. Und wenn der Krebs zurückkommt, bedeutet das nicht, dass du dich nicht gut genug um dich gekümmert hast.

Du musst nicht perfekt leben, um dein Leben gut zu leben.

Mach einen Spaziergang, triff eine Freundin, plane einen Ausflug, höre deine Lieblingsmusik oder genieße einfach einen ruhigen Abend auf dem Sofa.

Tu Dinge, die dir Freude machen. Achte auf dich. Und gib den Sorgen nicht mehr Raum, als sie unbedingt brauchen.

Du darfst etwas für deine Gesundheit tun und trotzdem das Leben genießen. Beides gehört zusammen.

Alles Liebe,

Diana 💚

 

Quellen und weiterführende Informationen

1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Leben mit und nach Brustkrebs
Informationen zu Nebenwirkungen, Bewegung, Ernährung und dem Alltag nach der Behandlung.
https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/leben-mit-brustkrebs

2. Krebsinformationsdienst: Ernährung bei Krebs
Informationen zu ausgewogener Ernährung, Krebsdiäten und Nahrungsergänzungsmitteln.
https://www.krebsinformationsdienst.de/ernaehrung-bei-krebs

3. Krebsinformationsdienst: Brustkrebs – Nachsorge und Rehabilitation
Informationen zu Nachsorgeterminen und zur Begleitung nach der Behandlung.
https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/nachsorge-und-reha

4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Am besten Wasser trinken
Orientierung zur täglichen Flüssigkeitszufuhr.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/am-besten-wasser-trinken/

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