Persönliches & Leben
MammaCare® - Wie taste ich meine Brust richtig ab
MammaCare®: Wie taste ich meine Brust richtig ab?
Ein Nachmittag, der mir gezeigt hat, wie viel ich über meine eigene Brust noch lernen kann.
Es gibt ein Angebot, von dem ich damals kaum etwas wusste: MammaCare®. In einem etwa anderthalb- bis zweistündigen Kurs können Frauen lernen, ihre Brust systematisch selbst abzutasten. Das Besondere daran: Man übt zunächst an einem Silikonmodell, in das verschiedene Knoten eingearbeitet sind. Anschließend wird die erlernte Technik unter fachkundiger Anleitung auf die eigene Brust übertragen.
Als ich davon hörte, war ich neugierig. Also machte ich mich gemeinsam mit meiner Freundin Ingrid auf den Weg ins Brustzentrum der Berliner Charité.
Dort erwartete uns Esther Wiedemann, eine zertifizierte MammaCare®-Trainerin und Breast Care Nurse. Sie erklärte uns, worauf es bei der Selbstuntersuchung ankommt und wie wir unsere Brust besser kennenlernen können.
Was ich an diesem Nachmittag gelernt habe, hat mich wirklich überrascht.
Erst einmal verstehen, wie die Brust aufgebaut ist
Zu Beginn erklärte uns Esther anhand einer anatomischen Zeichnung den Aufbau der Brust. Wir sprachen darüber, wo sich das Drüsengewebe befindet, wie die Brust aufgebaut ist und welche Veränderungen auffällig sein können.
Auch das Anschauen der Brust im Spiegel gehört dazu. Veränderungen wie neu auftretende Einziehungen, Dellen, Verformungen oder Hautveränderungen sollte man ärztlich abklären lassen. Das gilt ebenso für Veränderungen an der Brustwarze oder im Bereich der Achselhöhle.
Wer bereits an der Brust operiert wurde, sollte auch die operierte Brust und den Narbenbereich im Blick behalten. Welche Kontrollen im individuellen Fall sinnvoll sind, bespricht man am besten mit dem behandelnden Team.
Am Silikonmodell wird es spannend
Dann ging es an die Praxis.
Jede von uns bekam ein Silikonmodell mit eingearbeiteten Knoten. Unsere Aufgabe war es, diese mit den Fingern aufzuspüren.
Esther zeigte uns, wie wir systematisch vorgehen und mit unterschiedlichen Druckstärken tasten können. Dabei werden die Finger nicht einfach kreuz und quer über die Brust bewegt. Stattdessen arbeitet man sich in einer festen Struktur über das Gewebe vor. Auch die Bereiche seitlich der Brust und in Richtung Achselhöhle gehören dazu.
Ich war hoch konzentriert und tastete das Modell sorgfältig ab.
Zunächst fand ich gar nichts. Doch dann hatte ich plötzlich den ersten Knoten unter den Fingern. Er fühlte sich ziemlich fest an und war ungefähr einen Zentimeter groß.
Aha! So kann sich das also anfühlen.
Kurz darauf entdeckte ich einen weiteren Knoten unterhalb der Brustwarze. Dafür musste ich schon deutlich kräftiger drücken, als ich es bisher gewohnt war. Schließlich fand ich noch einen kleineren Knoten im äußeren Bereich.
Das war gar nicht so einfach. Ich musste mich richtig konzentrieren und genauer hinfühlen.
Vor allem wurde mir klar, dass ich bisher zwar meine Brust abgetastet hatte, aber eher nach Gefühl und ziemlich planlos. Eine feste Systematik kannte ich nicht. Und wie unterschiedlich sich das Gewebe bei verschiedenen Druckstärken anfühlt, war mir ebenfalls nicht bewusst.
Und jetzt die eigene Brust
Nach dem Üben am Modell durften wir die erlernte Technik direkt an unserer eigenen Brust ausprobieren. Esther begleitete uns dabei und gab Hilfestellung.
Ich lag auf der Untersuchungsliege und tastete mich Schritt für Schritt durch das Gewebe. Das dauerte eine ganze Weile. Manchmal war ich unsicher: Ist diese Stelle einfach etwas fester, oder sollte ich genauer hinschauen?
Esther half mir, die unterschiedlichen Strukturen besser einzuordnen.
Denn genau das ist der Punkt: Jede Brust ist anders. Brustgewebe fühlt sich nicht überall gleich an und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Es braucht etwas Übung, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was für den eigenen Körper typisch ist.
Nach einigen Minuten war ich fertig.
Und erst einmal erleichtert.
Mein Fazit: Wissen gibt mir Stärke!
Ich fand diesen Nachmittag unglaublich interessant und lehrreich. Und obwohl das Thema ernst ist, haben wir auch viel gelacht. Die Atmosphäre war offen und angenehm, sodass ich mich wohlgefühlt habe.
Vor allem aber habe ich etwas mitgenommen: Ich wusste vorher nicht, wie systematisch man die Brust abtasten kann und wie wichtig es ist, die Technik einmal praktisch zu üben.
Danach fühlte ich mich sicherer im Umgang mit meiner eigenen Brust. Nicht, weil ich nun jede Veränderung selbst beurteilen könnte. Das kann ich natürlich nicht. Aber ich wusste besser, worauf ich achten kann und wann ich eine Veränderung ärztlich abklären lassen sollte.
Wissen gibt mir Stärke!
Was mich an diesem Nachmittag allerdings auch beschäftigt hat: Ich hatte erst relativ spät von diesem Kursangebot erfahren. Dabei kann es hilfreich sein, die eigene Brust besser kennenzulernen und Fragen dazu in einem geschützten Rahmen stellen zu können.
Deshalb möchte ich meine Erfahrung hier teilen. Vielleicht liest du diesen Beitrag und erfährst dadurch zum ersten Mal von MammaCare®. Oder du kennst jemanden, für den das interessant sein könnte.
Wenn du mehr Sicherheit beim Abtasten gewinnen möchtest, informiere dich über einen Kurs in deiner Nähe. Die praktische Anleitung ist dabei entscheidend. Und bitte denk daran: Selbstabtasten ersetzt weder die ärztlichen Untersuchungen zur Früherkennung noch die Abklärung auffälliger Veränderungen.
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Auf der offiziellen Website findest du weitere Informationen zur Methode und zu Kursangeboten:
Auch deine gynäkologische Praxis oder ein Brustzentrum kann dir möglicherweise weiterhelfen. Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, hängt unter anderem von deiner Krankenkasse ab.
Für mich war dieser Nachmittag eine echte Investition in mein Wissen und meinen bewussteren Umgang mit meinem Körper.
Und genau deshalb erzähle ich dir davon.
Eine echte Investition in die eigene Gesundheit.

