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Neulasta Spritze - Was hilft gegen Knochenschmerzen?

Was du nach der Chemotherapie wissen solltest und was dir bei Beschwerden helfen kann.

Wenn du gerade eine Chemotherapie machst, kennst du sie vielleicht: die Spritze danach. Sie heißt Neulasta®, Pelgraz® oder anders – der Wirkstoff dahinter ist Pegfilgrastim.

Vielleicht hast du die Spritze schon bekommen und fragst dich, warum dein Rücken, deine Hüften oder deine Beine plötzlich so schmerzen. Oder du möchtest wissen, was auf dich zukommen könnte.

Ich kenne das Thema aus der Zeit meiner eigenen Brustkrebsbehandlung. Und ich weiß, wie anstrengend es sein kann, wenn zur eigentlichen Therapie auch noch solche Nebenwirkungen kommen.

Schauen wir uns an, warum die Spritze eingesetzt wird, was hinter den Schmerzen steckt und was du tun kannst, um besser durch diese Zeit zu kommen.

Warum bekommst du die Neulasta-Spritze?

Eine Chemotherapie kann nicht nur Krebszellen angreifen, sondern auch die Bildung gesunder Blutzellen im Knochenmark beeinträchtigen. Das betrifft unter anderem die neutrophilen Granulozyten. Diese weißen Blutkörperchen sind wichtig für die Abwehr von Infektionen.

Pegfilgrastim unterstützt das Knochenmark dabei, mehr dieser Abwehrzellen zu bilden. Das Medikament kann dadurch die Dauer einer Neutropenie verkürzen und das Risiko für Fieber im Zusammenhang mit einer niedrigen Zahl weißer Blutkörperchen reduzieren.

Die Spritze wird bei bestimmten Chemotherapien eingesetzt, wenn die Ärztin oder der Arzt sie für sinnvoll hält. Üblicherweise wird sie etwa 24 Stunden nach der Chemotherapie gegeben. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach dem Behandlungsplan.

Warum verursacht die Spritze manchmal Knochenschmerzen?

Wenn das Knochenmark angeregt wird, neue Blutzellen zu bilden, kann das mit Schmerzen verbunden sein. Knochenschmerzen und Schmerzen in den Gliedmaßen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen von Pegfilgrastim.

Die Beschwerden können sich unterschiedlich anfühlen: Manche beschreiben ein Ziehen oder Drücken, andere spüren Schmerzen im Rücken, in den Hüften oder in den Beinen.

Wie stark die Schmerzen ausfallen und wie lange sie anhalten, ist individuell verschieden. Nicht jede Patientin bekommt Beschwerden.

Und ganz wichtig: Wenn du Schmerzen hast, musst du sie nicht einfach aushalten.

Was kann bei den Schmerzen helfen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit den Beschwerden umzugehen. Nicht alles hilft jedem Menschen gleich gut. Probiere aus, was für dich angenehm ist, und besprich stärkere oder anhaltende Schmerzen mit deinem Behandlungsteam.

1. Schmerzmittel – bitte vorher absprechen

Wenn die Schmerzen stärker werden, frag deine Onkologin, deinen Onkologen oder das Behandlungsteam, welches Schmerzmittel für dich geeignet ist.

Paracetamol oder Ibuprofen können bei bestimmten Schmerzen infrage kommen. Während einer Chemotherapie sind sie aber nicht für jede Person gleichermaßen geeignet. Das hängt unter anderem von Blutwerten, Nierenfunktion, anderen Medikamenten und deiner Behandlungssituation ab.

Paracetamol kann außerdem Fieber senken und dadurch ein wichtiges Warnzeichen verdecken. Nimm deshalb nicht einfach ein Schmerzmittel auf eigene Faust, insbesondere wenn du dich fiebrig oder krank fühlst.

Wenn du schon vor der Spritze weißt, dass du regelmäßig starke Schmerzen bekommst, sprich das am besten vorher an. Gemeinsam könnt ihr einen Plan für die nächste Behandlung erstellen.

2. Wärme ausprobieren

Manche Menschen empfinden Wärme als angenehm, wenn sie Schmerzen haben oder sich verspannt fühlen.

Vielleicht tut dir eine warme Dusche gut oder eine Wärmflasche, die du in ein Handtuch wickelst. Achte darauf, dass sie nicht zu heiß ist und deine Haut nicht verbrennt.

Wärme ist keine gezielte Behandlung der durch Pegfilgrastim ausgelösten Knochenschmerzen. Sie kann aber eine wohltuende Ergänzung sein, wenn du sie als angenehm empfindest.

3. Sanft in Bewegung bleiben

Wenn dir danach ist, kann ein kurzer Spaziergang oder etwas vorsichtige Bewegung guttun. Du musst dich dafür nicht überwinden und schon gar kein Sportprogramm absolvieren.

Hör auf deinen Körper. Wenn die Schmerzen stärker werden, du dich schwach fühlst oder dir schwindelig ist, mach eine Pause.

Gerade während einer Chemotherapie darf Bewegung leicht sein. Manchmal reichen ein paar Schritte in der Wohnung oder ein wenig frische Luft am offenen Fenster.

4. Ausreichend trinken

Achte darauf, regelmäßig zu trinken, sofern dein Behandlungsteam dir keine andere Empfehlung gegeben hat.

Wasser oder ungesüßter Tee sind dafür gut geeignet. Du musst allerdings keine außergewöhnlich großen Mengen trinken: Mehr Flüssigkeit ist nicht automatisch besser und lindert die Knochenschmerzen nicht nachweislich.

Wenn dir übel ist oder du kaum trinken kannst, sprich mit deinem Behandlungsteam.

5. Ruhe und Entspannung zulassen

Manchmal braucht der Körper einfach eine Pause. Vielleicht hilft dir ein Hörbuch, ruhige Musik, eine Atemübung oder ein entspannter Abend auf dem Sofa.

Auch ein sanftes Einreiben der Hände oder Füße kann angenehm sein, wenn du Berührung gut verträgst. Auf kräftige Massagen solltest du verzichten, wenn deine Blutwerte oder andere Beschwerden dagegen sprechen könnten.

Solche kleinen Auszeiten beseitigen die Ursache der Schmerzen zwar nicht. Sie können dir aber helfen, dich in einer anstrengenden Zeit etwas wohler zu fühlen.

Wann solltest du medizinische Hilfe holen?

Bitte schiebe Beschwerden nicht einfach auf die Spritze. Gerade während einer Chemotherapie ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben.

Wende dich bei Fieber ab 38 °C oder bei dem Temperaturgrenzwert, den dein Behandlungsteam dir genannt hat, sofort an deine onkologische Einrichtung beziehungsweise den vereinbarten Notfallkontakt. Warte nicht erst ab, ob das Fieber von allein verschwindet.

Lass auch starke, ungewöhnliche oder plötzlich zunehmende Schmerzen zeitnah abklären. Bei Atemnot, einer starken allergischen Reaktion oder heftigen Schmerzen im linken Oberbauch beziehungsweise an der linken Schulter ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Wenn du unsicher bist, lieber einmal mehr nachfragen. Du musst nicht selbst entscheiden, ob ein Symptom harmlos ist.

Ich weiß, es ist hart

Eine Krebsbehandlung verlangt einem viel ab. Da gibt es die Termine, die Medikamente, das Warten auf Ergebnisse und manchmal eben auch Nebenwirkungen, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.

Vielleicht möchtest du einfach nur, dass der Körper endlich wieder zur Ruhe kommt. Und dann kommt die nächste Herausforderung.

Bitte vergiss dabei nicht: Du musst nicht tapfer sein, indem du alles still erträgst. Du darfst nach Hilfe fragen, Schmerzen ansprechen und Unterstützung annehmen.

Manches lässt sich lindern, manchmal braucht es einen anderen Behandlungsplan. Und manchmal hilft schon das Wissen, dass man mit seinen Beschwerden ernst genommen wird.

Sei gut zu dir. Hör auf deinen Körper und hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst. Du musst diesen Weg nicht allein schaffen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Beschwerden während einer Chemotherapie wende dich an dein Behandlungsteam.

 

Quellen und weiterführende Informationen

Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Neulasta – Informationen zum Medikament und zur sicheren Anwendung
https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/neulasta

Neulasta: Gebrauchsinformation für Patientinnen und Patienten
Informationen zu Wirkung, Anwendung und möglichen Nebenwirkungen von Pegfilgrastim.
https://fachkreise.amgen.de/downloads/f/1/420/neulasta-fertigspritze-gebrauchsinformation.pdf

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Fieber bei Krebs
Warum Fieber während einer Krebsbehandlung ernst genommen werden muss.
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/fieber

National Cancer Institute: Cancer Pain
Informationen zu Schmerzen, die durch Krebserkrankungen oder Krebsbehandlungen entstehen können, darunter auch Knochenschmerzen durch Pegfilgrastim.
https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/side-effects/pain/pain-pdq

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