Selbstfürsorge & Wohlbefinden

Ölziehen während der Chemo: Meine Erfahrung

Was mir damals bei einem unangenehmen Geschmack im Mund geholfen hat – und was du bei wunden Schleimhäuten beachten solltest.

Während meiner Chemotherapie hatte ich zeitweise einen unangenehmen Geschmack im Mund. Auch die Mundschleimhaut war empfindlich. Das Essen schmeckte anders, und ich war froh, wenn ich etwas fand, das sich angenehm anfühlte.

Damals probierte ich das Ölziehen aus. Ich nahm etwas Speiseöl in den Mund, bewegte es vorsichtig hin und her und spuckte es anschließend wieder aus.

Für mich fühlte sich der Mund danach angenehmer an, und auch der Geschmack war besser. Deshalb ist mir diese Erfahrung bis heute in Erinnerung geblieben.

Allerdings möchte ich eines gleich vorwegnehmen: Das war meine persönliche Erfahrung. Wissenschaftlich ist bisher nicht ausreichend untersucht, ob Ölziehen bei einer durch Chemotherapie gereizten Mundschleimhaut tatsächlich hilft. Ich möchte dir deshalb zeigen, was ich damals gemacht habe, was wir über das Ölziehen wissen und worauf du während einer Krebsbehandlung achten solltest.

Was ist Ölziehen überhaupt?

Ölziehen ist eine traditionelle Methode der Mundpflege. Dabei wird eine kleine Menge Speiseöl im Mund bewegt und zwischen den Zähnen hindurchgezogen. Anschließend wird das Öl ausgespuckt.

Häufig werden dafür Sesamöl, Kokosöl oder andere Speiseöle verwendet.

Einige kleinere Studien haben untersucht, ob Ölziehen beispielsweise Zahnbelag oder Zahnfleischentzündungen beeinflussen kann. Es gibt Hinweise auf mögliche Vorteile für die Mundgesundheit. 

Wenn sich dein Mund nach dem Ölziehen angenehmer anfühlt, ist das eine persönliche gute Erfahrung. 

So habe ich das Ölziehen ausprobiert

Wenn deine Mundschleimhaut bereits ziemlich wund ist, besprich das am besten vorher mit deinem Behandlungsteam.

Bei meiner damaligen Anwendung bin ich folgendermaßen vorgegangen:

1. Eine kleine Menge Speiseöl verwenden

Ich habe ein mildes Speiseöl genommen, zum Beispiel Sesam-, Oliven- oder Rapsöl. Es muss kein spezielles, teures Öl sein.

2. Das Öl vorsichtig im Mund bewegen

Ich habe es einige Minuten lang sanft im Mund hin und her bewegt und zwischen den Zähnen hindurchgezogen. Du musst dabei weder kräftig spülen noch dich zu einer bestimmten Dauer zwingen.

3. Das Öl ausspucken

Anschließend habe ich das Öl in ein Papiertuch ausgespuckt und dieses im Hausmüll entsorgt. Öl gehört nicht in den Abfluss, weil es Rohre verstopfen kann.

4. Den Mund bei Bedarf mit Wasser ausspülen

Wenn sich danach noch ein öliger Geschmack im Mund befindet, kannst du den Mund vorsichtig mit Wasser ausspülen, sofern das für dich angenehm ist.

Wichtig: Schluck das Öl nicht herunter. Wenn du Schwierigkeiten beim Schlucken hast, dich leicht verschluckst oder deine Mundschleimhaut stark entzündet ist, solltest du auf eigene Faust kein Ölziehen ausprobieren.

Zieht das Öl Giftstoffe aus dem Körper?

Diese Behauptung liest man häufig. Vielleicht ist das eine Glaubensfrage. Wissenschaftlich ist sie jedoch nicht belegt.

Beim Ölziehen wird das Öl mit Speichel vermischt und kann dabei auch Bestandteile aus dem Mund aufnehmen. Es gibt aber keinen überzeugenden Nachweis dafür, dass Ölziehen Giftstoffe aus dem Körper zieht, Schadstoffe aus dem Blut entfernt oder den Körper entgiftet. 

Mir persönlich hat das Ölziehen ein angenehmeres Gefühl im Mund gegeben. 

Was hilft bei wunden Schleimhäuten während der Chemotherapie?

Wenn die Mundschleimhaut durch eine Krebsbehandlung gereizt ist, gibt es etablierte Maßnahmen zur Mundpflege. Welche davon geeignet sind, hängt unter anderem von der Art der Therapie und deinen Beschwerden ab.

Grundsätzlich können folgende Punkte wichtig sein:

Sanfte Zahnpflege: Verwende eine weiche Zahnbürste und eine milde Zahnpasta, sofern du sie gut verträgst.

Mundpflege nach ärztlicher Empfehlung: Dein Behandlungsteam kann dir geeignete Mundspülungen empfehlen und erklären, welche Produkte du besser vermeiden solltest.

Ausreichend Flüssigkeit: Wenn du normal schlucken kannst und keine abweichende Trinkempfehlung hast, hilft es, den Mund nicht unnötig austrocknen zu lassen.

Beschwerden früh ansprechen: Wenn der Mund wund wird, Essen oder Trinken schmerzt oder sich weiße Beläge, Blutungen oder andere Veränderungen zeigen, informiere dein Behandlungsteam.

Bitte warte nicht, bis du kaum noch essen oder trinken kannst. Starke Schmerzen, Fieber, Blutungen oder Schwierigkeiten beim Schlucken solltest du zeitnah medizinisch abklären lassen.

Mein Fazit: Was mir guttat, muss nicht für alle passen

Das Ölziehen war für mich damals eine hilfreiche Möglichkeit, mit dem unangenehmen Geschmack im Mund umzugehen. Ich erinnere mich daran, dass ich es als angenehm empfand und vor fast jedem Essen gemacht habe.

Vielleicht hilft es dir ja auch. 

Alles Liebe,

Diana 💚

 

Quellen und weiterführende Informationen

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Was hilft gegen Schleimhautentzündung bei Krebs?
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/schleimhautentzuendungen

Krebsinformationsdienst: Zahnpflege und Mundhygiene bei Krebs
https://www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/zahnpflege-und-mundhygiene

Systematische Übersichtsarbeit: Ölziehen und Mundgesundheit
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37635453/

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden der Mundschleimhaut während einer Krebstherapie solltest du dein Behandlungsteam informieren.

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