Leben mit Brustkrebs
Verhütung bei Brustkrebs
Verhütung bei Brustkrebs: Wichtiger, als viele denken
Warum sichere Verhütung während der Krebstherapie wichtig ist und welche hormonfreien Möglichkeiten es gibt.
Wenn eine Frau die Diagnose Brustkrebs bekommt, gibt es plötzlich unglaublich viel zu bedenken. Die Behandlung steht im Mittelpunkt, Termine müssen organisiert und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Da kann das Thema Verhütung leicht in den Hintergrund rücken.
Dabei ist es gerade während einer Krebstherapie wichtig.
Viele Medikamente, die bei Krebs eingesetzt werden, können einem ungeborenen Kind schaden. Deshalb sollte eine Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt vermieden werden. Gleichzeitig ist nicht jede Frau durch die Therapie automatisch unfruchtbar. Auch wenn die Monatsblutung ausbleibt, kann es weiterhin zu einem Eisprung und damit zu einer Schwangerschaft kommen.
Über Verhütung zu sprechen, gehört deshalb zur guten Betreuung nach einer Brustkrebsdiagnose. Und du darfst dieses Thema jederzeit selbst ansprechen.
Welche Verhütung ist bei Brustkrebs geeignet?
Bei Brustkrebs werden hormonelle Verhütungsmittel grundsätzlich nicht empfohlen. Das gilt auch für Frauen, deren Tumor nicht hormonrezeptorpositiv war. Die Datenlage zu einzelnen Methoden ist zwar begrenzt, dennoch raten Fachleute vorsichtshalber von hormoneller Verhütung ab.
Dazu gehören beispielsweise:
- die klassische Antibabypille
- die Minipille
- das Hormonpflaster und der Vaginalring
- das Hormonimplantat
- die Hormonspirale
Wenn du bereits eine dieser Methoden verwendest, besprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Behandlungsteam, welche Alternative für dich infrage kommt. Setze ein verordnetes Präparat nicht einfach eigenständig ab, ohne die weitere Verhütung zu klären.
Hormonfreie Alternativen
Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, auch ohne Hormone zuverlässig zu verhüten.
Die Kupferspirale oder Kupferkette
Diese Methoden geben keine Hormone ab und gehören zu den sehr zuverlässigen Verhütungsmöglichkeiten. Sie können über mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Ob eine Kupferspirale oder Kupferkette für dich geeignet ist, hängt unter anderem von deiner Gebärmutter, deinen Blutungen und deiner persönlichen Situation ab. Die Einlage besprichst du mit deiner gynäkologischen Praxis.
Kondome
Kondome sind hormonfrei und unkompliziert verfügbar. Sie schützen außerdem vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen. Allerdings sind sie bei typischer Anwendung weniger zuverlässig als eine Kupferspirale. Deshalb lohnt sich eine Beratung, wenn eine Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt vermieden werden muss.
Das Diaphragma
Ein Diaphragma ist eine hormonfreie Barrieremethode, die vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt wird. Es muss richtig angepasst und korrekt angewendet werden. Auch hier ist eine Beratung sinnvoll, damit du weißt, wie zuverlässig die Methode in deinem Alltag ist.
Dauerhafte Verhütung
Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, können auch operative Methoden eine Option sein, zum Beispiel eine Sterilisation der Frau oder eine Vasektomie des Partners. Das ist eine persönliche Entscheidung, die gut überlegt und ärztlich beraten werden sollte.
Welche Methode am besten zu dir passt, hängt von deiner Lebenssituation, deinen Wünschen und deiner Behandlung ab. Es gibt keine Lösung, die für alle Frauen gleichermaßen richtig ist.
Was ist, wenn die Periode ausbleibt?
Während einer Chemotherapie oder einer Antihormontherapie kann die Monatsblutung unregelmäßig werden oder ganz ausbleiben. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass du nicht mehr schwanger werden kannst.
Bei jüngeren Frauen kann sich die Eierstockfunktion nach einer Chemotherapie wieder erholen. Auch unter einer Antihormontherapie ist das Ausbleiben der Periode kein sicherer Beweis dafür, dass keine Schwangerschaft möglich ist.
Deshalb solltest du dich nicht allein auf deinen Zyklus verlassen. Sprich mit deinem Behandlungsteam darüber, wie lange und mit welcher Methode du verhüten solltest.
Auch wenn du dir nach der Therapie ein Kind wünschst, ist eine gute Planung wichtig. Je nach Behandlung können bestimmte Wartezeiten erforderlich sein. Eine Antihormontherapie darf nicht eigenständig unterbrochen werden, um schwanger zu werden. Besprich einen Kinderwunsch frühzeitig mit deinem onkologischen und gynäkologischen Team.
Und wenn bei der Verhütung etwas schiefgeht?
Wenn ein Kondom reißt oder eine andere Verhütungspanne passiert, gerate nicht in Panik. Hole dir möglichst schnell ärztlichen oder pharmazeutischen Rat. Es gibt Möglichkeiten der Notfallverhütung, aber welche Option in deiner Situation geeignet ist, sollte zeitnah individuell geklärt werden.
Warte damit nicht erst mehrere Tage, denn manche Maßnahmen sind nur innerhalb eines begrenzten Zeitfensters sinnvoll.
Mein Fazit: Sprich das Thema aktiv an
Verhütung ist bei Brustkrebs kein Nebenthema. Sie gehört zur Behandlung und zur persönlichen Lebensplanung dazu.
Du hast ein Recht darauf, verständlich informiert zu werden und gemeinsam mit deinem Behandlungsteam eine Methode zu finden, die zu dir passt. Wenn du dir unsicher bist, welche Möglichkeiten es gibt, frage nach. Du musst dich nicht selbst durch alle Informationen arbeiten.
Gute Beratung gibt Sicherheit und hilft dir, Entscheidungen zu treffen, mit denen du dich wohlfühlst.
Alles Liebe,
Diana 💚
Quellen und weiterführende Informationen
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Schwangerschaftsverhütung bei Brustkrebs
https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/brustkrebs-und-schwangerschaftsverhuetung
Krebsinformationsdienst: Leben mit Brustkrebs – häufige Fragen zu Verhütung und Schwangerschaft
https://www.krebsinformationsdienst.de/brustkrebs/leben-mit-brustkrebs
familienplanung.de: Die Kupferspirale
https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/kupferspirale/
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

